Akademischer Senat: Lehrbeauftragte, Promovierendenförderung, Nachtragshaushalt

AS-BerichtDie Novembersitzung des Akademischen Senats hatte auf der Tagesordnung bis auf den Nachtragshaushalt keine großen Diskussionspunkte. Interessant waren jedoch die Antworten auf zwei Anfragen zu Beginn der Sitzung, eine zur Umsetzung des Beschlusses über Lehraufträge und eine zur Zukunft der Promovierendenförderung an der FU.

Lehrbeauftragte besser stellen – mit 1€ pro Jahr?

Im Juli hatte der Akademische Senat einen von uns eingebrachten Antrag beschlossen, die Arbeit von Lehrbeauftragten stärker zu würdigen und u.a. ihre Vergütung anzupassen – d.h. die in einigen Bereichen skandalös niedrige Bezahlung an den tatsächlichen Arbeitsaufwand anzupassen. Im Oktober gab es dazu auch eine öffentliche Podiumsdiskussion, über die wir hier berichteten.

Zu Beginn der Sitzung fragte ich nun das Präsidium, inwieweit Maßnahmen zur Umsetzung dieses Beschlusses getroffen wurden. Der Kanzler der FU, Peter Lange, bestätigte, dass sich das Präsidium entsprechende Gedanken gemacht und Entscheidungen getroffen hat. Konkret handelt es sich aber lediglich darum, dass die Vergütung von Lehrbeauftragten im Sprachenzentrum (von zur Zeit in der Regel 25€ pro Unterrichtsstunde) in den nächsten drei Jahren um jeweils einen Euro pro Jahr erhöht werde, beginnend ab April 2015 (wir berichteten bereits). Damit beträgt der “Lohn” ab April 2018 dann 28€ pro Stunde, womit weiterhin sämtliche Vor- und Nachbereitung sowie Prüfungsleistungen “abgegolten” sind. De facto wird es damit bei einem einstelligen Stundenlohn bleiben. Der Vertreter des AStA kritisierte diese Maßnahme zu Recht als “nachträglichen Inflationsausgleich”.

Diese Erhöhung betrifft verpflichtend nur das Sprachenzentrum, aber die Fachbereiche sind bzw. werden vom Präsidium aufgefordert, entsprechend nachzuziehen. Weitere Veränderungsbedarf wurde vom Präsidium nicht gesehen.

Zukunft der Promovierendenförderung: Debatte ohne Promovierende

Momentan stellt die Dahlem Research School (DRS) der FU ein Dach für die strukturierten Promotionsprogramme dar und fördert dort Promovierende mit verschiedenen Programmen. Kritisiert wird schon seit längerem von verschiedener Seite, dass diese Angebote nicht für alle Promovierenden (z.B. solche mit Qualifikationsstellen oder externen Stipendien) offen sind und hier unnötigerweise eine Zwei-Klassen-Promotion geschaffen wird.

Die DRS wird v.a. aus Exzellenz-Geldern finanziert, die nach jetzigem Stand nach 2017 nicht mehr zur Verfügung stehen. Daher wird die unsichere Perspektive der DRS zum Anlass genommen, die Zukunft der Promovierendenförderung genauer zu diskutieren. Überlegungen dazu gibt es auch bereits, wobei die DRS selbst und z.B. auch das Weiterbildungszentrum eingebunden sind.

Meine Nachfrage an das Präsidium bezog sich daher auf den Stand dieser Überlegungen – und ob dabei auch Promovierenden-VertreterInnen daran beteiligt sind. Die erste Vize-Präsidentin (sie leitete die Sitzung, da Präsident Alt abwesend war) Frau Schäfer-Korting antwortete sinngemäß, dass sich das Präsidium darüber sehr wohl Gedanken mache und auch schon im Gespräch ist. Promovierende sind dabei jedoch nicht beteiligt. Genauer wurde sie nicht.

Der Kanzler ergänzte und verwies auf die fehlende Sicherheit zu den finanziellen Rahmenbedingungen. Daher gebe es noch keine konkreten Ansätze und somit lohne es sich nicht, hier weitere Personen zu integrieren (sprich: die Betroffenen).

Nachtragshaushalt oder versteckte Strukturentscheidung

In der weiteren Sitzung ging es vor allem um den Nachtragshaushalt, den der AS nur “zur Kenntnis” nehmen muss. Studierendenvertreter vermuteten hinter dem Antrag des Präsidiums eine versteckte Strukturentscheidung zur Verlagerung/Neueinrichtung von Professuren, die separat diskutiert werden müsse.

Aufgrund einer Tischvorlage mit Bezug zur EPK bewegte sich die Diskussion schnell zu dieser Kommission: Für die Strukturplanung der Universität hatte der Akademische Senat die Entwicklungs- und Planungskommission (EPK) gegründet, die den AS bei solchen Entscheidungen beraten soll. Die EPK wurde im Oktober 2011 eingerichtet. Ihre Sitzungen werden vom Präsidium geleitet, sie tagt nicht-öffentlich und ihre Mitglieder dürfen formal nicht einmal den AS-Mitgliedern berichten. Nach Aussage einiger Mitglieder geht es bei der EPK eher darum, Berichte des Präsidiums (und der Fachbereiche) entgegenzunehmen und kaum um Auseinandersetzungen zur Strukturplanung.

Bisher gab es allerdings keinen einzigen Bericht der EPK für den AS, auch kein Protokoll zur Ansicht. Dies wurde von allen Statusgruppen scharf kritisiert und ein ebensolcher letzlich per Beschluss Bericht eingefordert. Der Nachtragshaushalt wurde dann beschlossen, allerdings explizit mit dem Zusatz, dass damit keine Strukurentscheidungen vorweggenommen sind.

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  1. Offener Brief über die Umsetzung des Beschlusses des Akademischen Senats der FU vom 2.7.14 bezüglich der Lehrbeauftragten | Umsetzung des Senatsbeschlusses über LB an der FU - 05.01.2015.

    […] Präsidiums. Jenseits davon werde vom Präsidium kein weiterer Veränderungsbedarf gesehen (vgl. http://www.fu-mittelbau.de/2014/11/as-bericht-4/). Diese geringe Erhöhung des Entgelts ist absolut ungenügend, entspricht keiner angemessenen […]

  2. "F"UWatch » Blog Archive » “uni-assist loswerden” und Lehrbeauftragte angemessen würdigen: Zwei neue “F”U-Initiativen gestartet - 11.01.2015.

    […] (AS) der “F”U im Sommersemester 2014 nahezu einstimmig als unverbindliches Meinungsbild beschlossen worden war. Die damals annähernde Einstimmigkeit erklärte sich allerdings auch daher, daß dieses […]

  3. 19.05.2015 : TEACH IN der Lehrbeauftragten an der FU | Kritische Uni Berlin - 01.06.2015.

    […] Präsidiums. Jenseits davon werde vom Präsidium kein weiterer Veränderungsbedarf gesehen (vgl. http://www.fu-mittelbau.de/2014/11/as-bericht-4/). Diese geringe Erhöhung des Entgelts ist absolut ungenügend, entspricht keiner angemessenen […]

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