Archive | February, 2012

Curiositas velox: Warum individuelle Neugierde zunächst kollektiv abgetrotzt werden muss

Hat der Igel wenig zu lachen, wo der Hase forscht? (Quelle: Der Hase und der Igel, Mein erstes Märchenbuch, Verlag Wilh. Effenberger, Stuttgart, Illustration von Heinrich Leutemann oder Carl Offterdinger, Foto von “Harke”, Wikimedia Commons; ausführlicher Bildnachweis unten)

Inmitten aller Debatten über Mittelknappheit und steigende Studierendenzahlen kommt der Ruf nach Entschleunigung im Wissenschaftsbetrieb gerade recht. So preist zumindest Peter-André Alt, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und zugleich Präsident der Freien Universität Berlin,  in einem jüngst in der FAZ erschienenen Beitrag die Vorzüge der Neugierde (curiositas) in der Forschung gegenüber dem rein karrierekonformen Handeln.

Alt wandelt dabei auf den Spuren des von ihm zitierten Schwarzkünstlers Johann Faust, wenn er hervorhebt, dass genuine Neugierde an Problemen für den Forschungserfolg wichtiger als die karrierebewusste Vernetzung sei. So wünschenswert seine Forderung auch ist, so sehr zeugt sie doch auch von der charakteristischen Zerrissenheit zwischen Individual- und Kollektivhandeln im Forschungsbetrieb. Seine Einsicht wird nur dann umsetzbar, wenn sich die höchsten Repräsentant_innen deutscher Hochschulen endlich mit mehr Nachdruck für eine bessere und eben auch besser finanzierte Hochschulpolitik einsetzen. Continue Reading →