Ende der Ausbeutung? Mindestlohn für Lehrbeauftragte in Diskussion

Die Situation vieler Lehrbeauftragter ist prekär. Von Semester zu Semster wird ein Heer von Nachwuchswissenschaftlern mit nicht- oder schlecht bezahlten Lehraufträgen abgespeist. Vielen bleibt aber keine Wahl als diese anzunehmen, wenn sie eine wissenschaftliche Karriere anstreben.  “Denn es sei ein hartes Pflaster, über das man gehen müsse, um die Chance auf eine wissenschaftliche Laufbahn zu wahren”, so auch der Lehrbeauftragte Magnus Treiber aus München in einem Interview mit der Süddeutschen. Die Situation des Münchners und seiner bayrischen Kollegen und Kolleginnen könnte sich aber bald durch die Verabschiedung eines Mindestlohns bessern.

Im Bayerischen Landtag wurde am 22.02.2011 über einen Gesetzentwurf des Bayerischen Hochschulpersonalgesetzes beraten, der die Einführung eines Mindestlohnes von 40 Euro für Lehrbeauftragte pro Unterrichtsstunde vorsieht. Im Vergleich wurden bisher zum Beispiel 10,50 Euro an der Universität München bezahlt. Der Entwurf wurde von der Landtagsfraktion der FREIEN WÄHLER eingebracht. Er erkennt die tatsächliche Bedeutung von Lehrbeauftragten als “tragende Säule der Hochschullehre” für die “chronisch unterfinanzierten Hochschulen” an. Die ca 30 minütige Debatte  ist als Video verfügbar.

Nach dieser ersten Lesung wurde der Entwurf dem zuständigen Ausschuss weitergeleitet.  Dieser kann ihn nun grundlengend überarbeiten,  verwerfen oder so annehmen.  Erst dann wird im Plenum über das Vorhaben abgestimmt. Wir dürfen also gespannt sein, wie es im Freistaat weitergeht!

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2 Responses to “Ende der Ausbeutung? Mindestlohn für Lehrbeauftragte in Diskussion”

  1. Niklaas Hofmann 09.03.2011. at 10:58 #

    Die schwierige Lage der Lehrbeauftragten und PD´s wird aktuell auch in dem Artikel “Prekär im Hörsaal” von Zeit.de beschrieben. Ein großes Problem scheint mir darin benannt zu sein, dass WissenschaftlerInnen meinen als “wissenschaftliche Ich-AG” schon irgendwie alleine voran zu kommen. Dabei werden die Realitäten des Arbeitsmarktes Hochschule und Forschung leider nicht so gründlich analysiert wie die jeweiligen Forschungsthemen, an denen mit hoher Motivation gearbeitet wird.

    Hier der Artikel von Zeit.de:

    http://www.zeit.de/studium/hochschule/2011-03/lehrbeauftragte-prekariat

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  1. Die Ausbeutung der Bildungselite » Spiegelfechter - 14.03.2011.

    [...] im Deutschlandfunk vom 10.03.2011: “Das wissenschaftliche Prekariat protestiert” – Ende der Ausbeutung? Mindestlohn für Lehrbeauftragte in Disskussion – Die Arbeitssammler – Arm aber sexy – Dr. Silke Gülker: Wissenschaftliches und künstlerisches [...]

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