84% der Mitarbeiter_innen des akademischen Mittelbaus haben befristete Stellen, so aktuelle Zahlen aus der Hochschulstatistik. Dieser Umstand bringt eklatante Probleme mit sich, nicht nur für die Betroffenen Mitarbeiter_innen, sondern auch für Studierende und das System Wissenschaft insgesamt: Die Qualität in der Lehre ist schwerer zu gewährleisten, Forschung orientiert sich stärker als vor Jahren an kurzfristig und leichter erreichbaren Zielen und produziert leichter Mainstreamwissen, denn echte abweichende Innovationen. Änderungsvorschläge gibt es zwar, lassen sich jedoch unter Anderem wegen der Bildungshoheit der Länder nur schwer durchsetzen. Die Bundesregierung plant derzeit die Einführung der Personalkategorie “Associate Professor” analog zum Vorbild aus den USA. Gegenstimmen sehen darin eine Ablenkung vom Problem, denn diese Kategorie gäbe es mit der unbefristeten W2 Professur bereits. Mit dem Tenure Track solle jungen Forschern die Möglichkeit gegeben werden, früher über ihre Chancen im System Wissenschaft informiert zu werden, um einen frühestmöglichen Wechsel zu ermöglichen.
Dies sind grob zusammengefasst die Ergebnisse der Radiodiskussion “PISAPLUS – Das neue wissenschaftliche Prekariat” des Deutschlandfunks von heute Mittag. Zu Wort kommen, neben einigen Betroffenen, auch Andreas Keller der GEW, Stefan Kaufmann (MdB CDU) zuständig für Bildungsfragen und der Vizepräsident für Personalstrukturen der Hochschulrektorenkonferenz Hans Jürgen Prömel.
Reinhören lohnt sich trotz der nicht wirklich neuen Erkenntnisse (siehe bisherige Beitrage im Blog) durchaus, denn der Beitrag zeigt, wie die Diskussion inzwischen endlich auf Ebene der Entscheidungsträger angekommen ist. Nun heißt es für uns alle also intensiv mitzugestalten, bevor in der Zukunft eine nächste Kuh in der Qualität des Wissenschaftszeitvertragsgesetz vom Eis geholt werden muss. Hier der Link zum Radiobeitrag, der dank Deutschlandfunks in voller Länge verfügbar ist: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/pisaplus/1761264/









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